Daten, Zahlen, Fakten: Regulierungsmanagement bei BEB
Mit Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im Juli 2005 hat die damalige Regulierungsbehörde für Teledkommunikation und Post (RegTP) auch die Aufsicht über die Strom- und Gasnetze in Deutschland übernommen und nannte sich fortan Bundesnetzagentur (BNetzA). Ziel ist es, die leitungsgebundenen Energiemärkte für den Wettbewerb stärker zu öffnen und den preisgünstigen, diskriminierungsfreien Zugang zu den Netzen zu gewährleisten. Für BEB gehört die Kommunikation mit der BNetzA seither zur Kernaufgabe des bereits im Frühjahr 2005 eingerichteten Regulierungsmanagements.
Zentraler Ansprechpartner der BEB für die BNetzA ist Regulierungsmanager Matthias Breuer. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Abteilung MAB - Geschäftsentwicklung, Regulierung und Unternehmenskommunikation - achtet er darauf, dass das Unternehmen alle gesetzlichen sowie behördlichen Anforderungen aus dem EnWG erfüllt, die vor allem Veröffentlichungs-, Berichts- und Dokumentationspflichten umfassen. Hierzu gehören zum Beispiel Angaben über die transportierte Gasmenge und den Zeitpunkt der höchsten Auslastung des Transportnetzes in einem Jahr sowie Informationen über Bauart und Alter der Transportleitungen, so Breuer. Da manche der erforderlichen Daten in der Vergangenheit zum Teil gar nicht im Unternehmen erhoben worden sind, ist hier ein ganz neuer Aufgabenbereich entstanden.
Die gesammelten Fakten bilden die Grundlage für die Entscheidungen der BNetzA, die erhebliche technische und wirtschaftliche Auswirkungen auf den einzelnen Netzbetreiber haben können. Die größte Herausforderung ist es, rechtzeitig konsistente und widerspruchsfreie Daten für die Bundesnetzagentur zusammenzustellen, so Breuer. Nur so können wir frühzeitig vermeiden, dass sie Entscheidungen erlässt, die auf einem falschen Informationsstand beruhen. Erste Erfahrungen auch von anderen deutschen wie europäischen Netzbetreibern zeigen, dass einmal übersandte Angaben im Nachhinein kaum mehr korrigiert werden können.
Daten sammeln und auswerten
Wie gestaltet sich der Prozess von der Anfrage bis zur Antwort im Einzelnen? Entscheidend für eine effektive Bearbeitung der Anfragen der BNetzA ist es, dass sie direkt beim Regulierungsmanagement eintreffen. Erhalten andere BEB-Unternehmensbereiche von der BNetzA oder von Dritten Informationen im Zusammenhang mit Regulierung, so ist es wichtig, sie unverzüglich weiterzuleiten. Als Schnittstelle zwischen Bundesnetzagentur und Unternehmen gleichen wir alle Anfragen der Regulierungsbehörde mit früheren Anfragen ab, interpretieren sie entsprechend und gewährleisten so zusammen mit den beteiligten Fachfunktionen eine effiziente Datensammlung, die auf einheitlichen Kriterien basiert, erläutert Breuer die wichtige Vermittlungsfunktion des Regulierungsmanagements. Wesentliche Aufgabe sei es, die Anfragen der BNetzA rechtzeitig sowie sachgerecht zu bearbeiten und zu beantworten. Schwierig wird es, wenn die Bundesnetzagentur zu verschiedenen Themen sehr ähnlich lautende Informationen mit unterschiedlichen Definitionen abfragt. Hier die Übersicht zu behalten, ist manchmal nicht leicht, so Breuer.
Strategisches Regulierungsmanagement
Liegt eine Anfrage vor, prüft das Regulierungsmanagement als erstes gemeinsam mit der Rechtsabteilung, ob die Anfrage rechtmäßig ist. Ist sie das, sorgen die Mitarbeiter im Regulierungsmanagement dafür, dass die einzelnen Fachabteilungen informiert werden und die gewünschten Daten bereitstellen. Zum Abschluss bündelt Breuer als Hauptansprechpartner der BNetzA alle Daten und übermittelt sie fristgerecht an die Regulierungsbehörde.
Neben dieser operativen Ausrichtung des Regulierungsmanagements ist ein weiterer Aufgabenbereich das strategische Regulierungsmanagement. Hierbei geht es in erster Linie um die langfristige Grundausrichtung der BEB. Dabei behält das Regulierungsmanagement auch jene Tätigkeiten der BNetzA im Blick, von denen BEB selbst gar nicht unmittelbar betroffen ist, die jedoch mittel- bis langfristig für das Unternehmen von Bedeutung sein könnten. Breuer: Dies verschafft uns die Möglichkeit, frühzeitig Entwicklungen vorauszusehen und mitzugestalten, etwa bei unserer Verbandsarbeit im BGW, dem Bundesverband der Gas- und Wasserwirtschaft, oder bei GIE, der Gas Infrastructure Europe.

