Josef Giesen und Thomas Nolte vom Team BEB haben bei den Paralympics überzeugt!
Im letzten Rennen seiner langjährigen sportlichen Karriere hat Josef Giesen im Biathlon die Bronzemedaille gewonnen.
Im letzten Rennen seiner langjährigen sportlichen Karriere hat Josef Giesen (VfL Herzlake/Team BEB) bei seinen vierten Paralympics im kanadischen Whistler im Biathlon der stehenden Klasse die Bronzemedaille gewonnen. Das ist das Allergrößte, so wirklich habe ich im Vorfeld nicht daran geglaubt, freute sich der 48-Jährige. Einmal mehr spielte er seine grandiose Schusssicherheit aus, ohne die er, da er aufgrund seiner Behinderung keine Skistöcke benutzen kann, gegen die läuferisch starke Konkurrenz kaum eine Chance gehabt hätte. Doch mit nur einem Schießfehler gelang ihm in einer Zeit von 41:25,0 Minuten seine fünfte paralympische Medaille der krönende Abschluss eines erfüllten Sportlerlebens. Dabei hatte sich Josef Giesen lediglich vorgenommen, ein gutes Rennen zu laufen. Spaß haben wolle er und ein letztes Mal die internationale Bühne genießen, wie er vor Beginn der Spiele immer wieder betont hatte. Natürlich wollte ich auch eine Medaille gewinnen, die Farbe war mir aber egal. Dass es jetzt Bronze ist, ist klasse, jubelte er. Seine Freude brachte er im Ziel auf amüsante Weise zum Ausdruck, indem er vor den zahlreich aufgereihten Fotografen wie ein Model im Schnee posierte. Und wenig später bedankte er sich mit vielen Verbeugungen beim Publikum, die ihn nicht nur während des gesamten 12,5 Kilometer-Rennens, sondern bereits vier Tage zuvor bei der 3 Kilometer-Verfolgung frenetisch gefeiert hatten. Somit hatte er sich das zweiten Ziel Spaß zu haben gleichwohl erfüllt. Bei aller Freude vergaß der niedersächsische Behindertensportler des Jahres 2003, Weltmeister und mehrmalige Vizeweltmeister aber nicht, dass er seine erfolgreiche Karriere mit all den paralympischen Medaillen und Erfolgen bei Weltmeisterschaften nicht nur seinem eigenen Ehrgeiz zu verdanken hat. Ohne die Unterstützung des BSN und des Team BEB in den letzten Jahren wäre ich nicht hier, betonte er dankbar und lobte in der Pressekonferenz am Abend im Deutschen Haus auch die hervorragende technische Versorgung und Betreuung des gesamten Teams vor Ort. Denn mit dieser umfassenden Unterstützung ist Josef Giesen noch etwas gelungen: Als der Mann, der keinen Schuss verfehlt, wird er nicht nur im deutschen Skiteam in die Geschichte eingehen, sondern auch international unvergessen bleiben. Sieger des Rennens wurde der starke Norweger Nils-Erik Ulset (Gold in einer Zeit von 38:29,4 Minuten) vor Grygorii Vovchynskyi aus der Ukraine (Silber mit 39:28,5 Minuten). Thomas Oelsner aus Oberhof wurde in einer Zeit von 44:49,4 Minuten zehnter.
Bild: Josef Giesen (re.) freut sich zusammen mit Wilhelm Brem aus Freiburg, der über 12,5 Kilometer in der Klasse der Sehbehinderten Biathlon-Gold gewann. (Text: Heike Werner)
Giesen freute sich nach seinem 12,5 km Lauf wie ein Schneekönig!
Nolte fährt sein erstes paralympisches Rennen
Knapp am Edelmetall vorbei: Josef Giesen auf Platz vier
Wenige Meter fehlten Josef Giesen zu Bronze
Am 12. März 2010 werden in Vancouver die X. Paralympics eröffnet.
Auf Edelmetall hoffen zwei behinderte Wintersportler aus Niedersachsen bei den Paralympics von Samstag bis zum 21. März in Vancouver.
Der contergangeschädigte Spitzensportler kam 1994 erstmalig in Kontakt mit dem Langlauf: Bei einem Alpinwettkampf, der wegen Sturm ausfiel, nahm er stattdessen an der Landesmeisterschaft im Langlauf teil und wurde vom damaligen Bundestrainer angesprochen. Es folgte 1994 der Wechsel zum Langlauf und Biathlon. Dies war auch ein guter Zeitpunkt, so Giesen, denn die Unversehrtheit seiner zwei gesunden Beine wollte er beim riskanteren Alpinski nicht aufs Spiel setzen.
Seine Spezialdisziplin ist das Slalomfahren, wodurch er in der Super-Kombination international vorn mitmischt. Ich bin ein Allrounder, sagt der amtierende Mannschaftsweltmeister, der in der Einzelwertung nur knapp am Edelmetall vorbei schrammte. Der 25jährige trainiert auch im Sommer bis zu acht Mal pro Woche für den Alpinsport. Nach seiner Teilnahme bei den Paralympics in Turin 2006 wurde der 25-jährige Monoskifahrer zwei Jahre später beim Europacup in Schweden zweimal Dritter im Slalom und einmal Dritter beim Riesenslalom.
Seit 1948 gibt es die Paralympics, die Olympischen Spiele für Sportler mit Behinderung. Allerdings tragen die Wettkämpfe ihren heute gebräuchlichen Namen erst seit dem Jahr 1988. Es war ein deutschstämmiger Neurologe, Dr. Ludwig Guttmann, der im englischen Stoke Mandeville die ersten Sportwettbewerbe für Kriegsversehrte initiierte, parallel zu den Olympischen Spielen. Seit 1960, seit den "Weltspielen der Gelähmten" in Rom, finden die Paralympics nicht mehr gleichzeitig mit, sondern im Anschluss an die Olympiaden statt. Zum ersten Mal auch im Winter wurden die Paralympics 1976 veranstaltet, damals in Schweden. Beteiligt waren 250 Sportler aus 14 Nationen. In Salt Lake City im Jahr 2000 waren es mehr als 600 Paralympioniken.
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